Mit der vorliegenden Graphic Novel widmet sich Lukas Kummer dem dreißigjährigen Krieg, der von 1618-1648 in Europa wütete und für viel Leid sorgte.
Düster sind die Zeiten. Während des dreißigjährigen Krieges haben viele Menschen ihr Heim, ihre Familien sowie ihr Hab und Gut verloren. So ergeht es auch den Geschwistern Jakob und Johanna, die im Winter des Jahres 1646 gen Westen ziehen und sich davon bessere Lebensumstände erhoffen.
Schon alles gesehen? Sind die Möglichkeiten von Comic bzw. Graphic Novel bereits ausgeschöpft?
Nein.
Wer sich auf diesen einen Schritt weiter einlässt, sich traut über den Tellerrand auch etwas weiter hinauszusehen, der wird mit diesem Werk belohnt werden.
Hier ist eine Graphic Novel von Irrsinn und Wissenschaft, voller Schönheit und Abgründe. Dietmar Dath und Oliver Scheibler kooperieren dabei, die Zeichnungen fügen der Geschichte noch weitere Ebenen hinzu, und das machen diese genauso schön und eingängig, wie auch wild und ungehalten, eben wie die Geschichte, die hier erzählt wird. Dieser Band bildet eine Symbiose, ist so anders und doch so klar wie auch verwirrend.
Die Wildheit von amerikanischen Underground-Comix der 80er Jahre trifft auf die erzählerische Tiefe europäischer Graphic Novels. weiterlesen
Quay D’Orsay ist ein Straßenname in Paris, in dem sich u.a. das französische Außenministerium befindet. Dort findet auch die Handlung des Comics von Christopher Blain statt.
Die Handlung seines Comics findet in den Jahren 2003/2004 statt. Europa steht vor der schwierigen Entscheidung, ob sie den USA im bevorstehenden 2. Golfkrieg und im Nachgang zu 09/11 auf der Suche nach vermeintlichen Atomwaffen im Irak zur Seite springt.
Blain konnte diesen Comic nur mit Hilfe eines anonymen Helfers schreiben, der damals im französischen Außenministerium als Praktikant gearbeitet hat. Humorvoll schildert Blain in einem Interview anlässlich der Frankfurter Buchmesse, wie er zunächst selbst Angst hatte, Leute in Anzügen zu zeichnen, ohne sich selbst zu langweilen. Auch solche realen Begebenheiten den Lesern nahe zu bringen, ohne wiederum seine Leser zu langweilen, sah Blain ebenso als Herausforderung an, denn das historische Resultat ist ja bekannt. So konzentriert er sich viel mehr auf die Charaktere als auf die Begebenheiten. Besonders der Minister und sein „Hofstatt“ treten immer wieder hervor.
Blain versteht sein Werk daher auch nicht als politischen Comic. Er möchte auch die seinerzeitige Politik nicht werten, vielmehr hat ihn die Interaktion der Charaktere interessiert. Für seine metaphorische Erzählwiese spricht auch Darth Vader, den er als Stilmittel an einer Stelle gekonnt platziert hat.
Quay D’Orsay ist ein Comic, der in jeder Hinsicht ein Leseerlebnis ist.
Seit Jahren, um das große Wort „Jahrzehnte“ zu vermeiden, taucht immer wieder ein Comic in den Verkaufscharts auf. Es handelt sich um die Watchmen.
Nun, die Antwort liegt wohl in der Komplexität des Gesamtwerkes, das auf mehreren Ebenen nicht nur funktioniert, sondern neue Maßstäbe in der Comic-Geschichte im Allgemeinen und für die Superhelden Comics im Besonderen gesetzt hat. Kein anderer Superheldencomic hat je dieses Niveau erreicht und gleich so viele weitere Comic Serien bis heute wesentlich beeinflusst wie die Watchmen. Natürlich dürfte auch die Verfilmung ihr Übriges zu diesem Erfolg beigetragen haben.
Leonard Batts ist ein recht erfolgreicher Comic Journalist. Er reist nach Hicksville, um mehr über den in den USA gefeierten Starautor und –zeichner von Captain Tomorrow zu erfahren. Doch schnell muss er erkennen, dass er dort auf Granit beißt, denn Dick Burger ist in Hicksville ziemlich unbeliebt. Einzig Sam Zabel, ein Freund von Dick seit Kindheitstagen, scheint bereit, ein wenig mit Leonard zu reden. Ganz allmählich findet Batts das Geheimnis heraus, das Hicksville und Dick Burger umgibt.
Von seinem Physiotherapeuten wird ein schwächlicher Patient zum Schwimmen geschickt. Widerwillig nimmt der Mann den Rat an und unternimmt unsportliche und ungelenke Schwimmversuche. Zufällig macht er im Schwimmbad die Bekanntschaft mit einer ehemaligen Wettkampfschwimmerin, die ihm hilft, seinen Schwimmstil zu verbessern. So lernt er immer mehr von ihr, bis sie eines Tages in männlicher Begleitung im Schwimmbad erscheint.
Leonard Batts ist ein recht erfolgreicher Comic Journalist. Er reist nach Hicksville, um mehr über den in den USA gefeierten Starautor und –zeichner von Captain Tomorrow zu erfahren. Doch schnell muss er erkennen, dass er dort auf Granit beißt, denn Dick Burger ist in Hicksville ziemlich unbeliebt. Einzig Sam Zabel, ein Freund von Dick seit Kindheitstagen, scheint bereit, ein wenig mit Leonard zu reden.
Alice Cooper fragte Neil Gaiman in 1994 wegen einer Zusammenarbeit für ein Konzeptalbum an. Nach einem Treffen in einem Hotel in Phoenix sagte Neil Gaiman, der sich mit dieser Arbeit einen Jugendtraum erfüllte, endgültig zu. Nach Veröffentlichung des Albums entstand die Idee, auf der Basis dieses Konzepts einen Comic zu entwickeln, der zunächst als Dreiteiler bei Marvel Music, einem damaligen Sublabel von Marvel Comics, später als Graphic Novel bei Dark Horse erschien. Dabei griff Gaiman auch auf Bruchstücke der Handlung zurück, die nicht Bestandteil des Konzeptalbums wurden.
Shaun Tan weiß immer wieder mit ganz besonderen Stories zu gefallen. Neben dem vorliegenden Band wurden bei Carlsen bereits „Ein neues Land“ und „Geschichten aus der Vorstadt des Universums“ veröffentlicht.
Mit der Verfilmung der vorliegenden Story hat Shaun Tan einen Oscar in der Kategorie Best Short Film (Animated) gewonnen.
Shaun Tan hat 2009 auf der Buchmesse den Jugendbuchpreis für Geschichten aus der Vorstadt des Universums gewonnen. Mit der Verfilmung seines Comics Die Fundsache ist er in der Kategorie Best Short Film (Animated) für einen Oscar nominiert.