Märchenhaft

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Hans Christian Andersen war ein dänischer Erzähler zahlreicher Kunstmärchen wie  Däumelinchen oder Des Kaisers neue Kleider Victor Hugo, ein französischer Autor, erlangte vornehmlich mit „Der Glöckner von Notre-Damè Berühmtheit. 

J. Rybka und T. Capezzone erzählen über eine fiktive Begegnung der beiden in ihren Kindertagen. Nachdem Napoleons Angriff auf Russland im Winter stecken geblieben ist und mit zahlreichen Verlusten verbunden war, ließ er in ganz Europa Männer für seine Armee zwangsrekrutieren. Hierzu zählte auch der junge H.C. Andersen, der so nach Paris gelangte. Dort wurde er als zu jung und klein befunden und vertrieben. Zufällig trifft er auf den jugendlichen Victor Hugo, der davon träumt, der größte Autor Frankreichs zu werden. Bis dahin übt er sich, in einem Haus, in dem sich obdachlose Kinder aufhalten, Geschichten zu erzählen. 

Die vorliegende Story wird als Flashback von Andersen und Hugo, nachdem sie längst verstorben sind als Geistererscheinung erzählt. Die Zuhörerschaft besteht ebenfalls aus verstorbenen prominenten Comic Künstlern. Es macht so viel Spaß herauszuknobeln, um wen es sich hierbei handelt, dass ich dies an dieser Stelle nicht verraten möchte.

Die Rahmenhandlung selbst ist auf geschickte Art und Weis eng mit der Handlung verbunden. Die Wechsel zwischen Rahmenhandlung und eigentlichem Plot erfolgen rasch. Die Handlung selbst wird vornehmlich vom stetigen Streit der beiden Protagonisten getragen, wobei Andersen die anfängliche Sprachbarriere schnell abbauen kann, so schnell, dass dies ein bisschen märchenhaft erscheint.

Doch Andersen leidet. In den Irrungen und Wirrungen kurz vor seiner Entführung kam sein Hut abhanden, der ihm hilft, sich Geschichten auszudenken, während sich Victor Hugo über die immensen Druckkosten, die es noch verhindern, dass seine Geschichten veröffentlicht werden, aufregt.

Nachdem sich Andersen doch darauf besinnen konnte, sich Stories auch ohne seinen Hut auszudenken, kommt es immer wieder zu Eifersüchteleien, wer sich die besseren Geschichten ausdenken und erzählen kann. Gleichzeitig sind beide Jungen in Cossette verliebt, die ein Geheimnis umgibt.

Die Leser werden ausschnittsweise durch das Werk der beiden Autoren geführt. Es macht einfach nur Spaß, sich auf diese Anspielungen einzulassen und ihnen zu folgen. Daneben weist der Plot auch interessante Nebencharaktere wie den überehrgeizigen  und jähzornigen Polizisten Javert oder Gavroche, den scheinbar stummen Straßenjungen, auf, der auch in aussichtslosen Situationen eine Lösung findet. Diese Nebencharaktere bereichern die Handlung auf angenehme Art und Weise. 

Insgesamt macht diese fiktive Begegnung zwischen Hugo und Andersen einfach nur Spaß, führt Jung und Alt in die Welt der Märchen und verneigt sich vor zwei großen Geschichtenerzählern, ohne dabei in Ehrfurcht zu erstarren. Hierfür sorgen die leichte Erzählweise und er stets präsente Humor, der von Capezzones Artwork stets gekonnt ins Bild gesetzt wird. 

Thierry Capezzone ist am 12. Februar in der Zeit von 12 Uhr bis 14 Uhr zu Gast bei uns im T 3 zu einer Signierstunde.

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