Das waren noch Zeiten

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Klassenfahrten sind gerade in der Rückschau anekdotenreich und natürlich gibt es zu einem Ereignis immer unterschiedliche Perspektiven. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven sind wiederum geeignet, eine Legende um eine Klassenfahrt zu stricken. 

Vor diesem Hintergrund sind 8 sehr unterschiedliche Geschichten verschiedener Autoren entstanden, die Reprodukt in einem Band veröffentlicht. Wie es sich für eine Klassenfahrt gehört, handeln die Stories vom Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen, das naturgegeben gerade während der Pubertät besonders komplex ist. 

Mädchen und Jungen spielen sich gegenseitig Streiche oder strafen sich so übersteigert mit Nichtbeachtung, dass es schon wieder auffällig ist. Beziehungen kommen so gut wie nicht, sondern eher beinahe zustande. Besonders die Jungen sind damit beschäftigt, ihre Neigungen, aber auch ihre Schüchternheit und Unsicherheit sowie die Angst vor Ablehnung, mit Coolness zu überspielen. Schnell gerät man als Leser ins Schmunzeln, weil die vorliegenden Geschichten gut beobachtet und folglich mindestens ebenso gut erzählt sind.

Auch Homosexualität ist Thema einer Geschichte, die in einem Pionierlager spielt.

Doch die Stories weisen auch handwerklich einige Aufmerksamkeiten auf. Sie sind durchweg in schwarz-weiß gehalten und leben aufgrund der fast schon lakonischen Dialoge vom Story Telling der Panel. 

Die 8 Stories wissen insgesamt sehr gut zu unterhalten, so dass es schwierig ist, eine hervorzuheben. Doch bei näherer Betrachtung treten die Stories von Arne Bellstorf, Line Hoven und Gosia Machon ein wenig hervor. 

Hat man den Band durchgelesen, verspürt man umgehend Lust, Fotos eigener Klassenfahrten zu suchen und in Anekdoten zu schwelgen oder man ruft eben mal einen alten Klassenkameraden an.

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