DER Schweizer Superheld

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Tell # 1 

Nach seiner Rückkehr aus den USA in die Schweiz hat David Boller seinen Verlag Zampano gegründet und bereits mit „Bakuba“ und „Ewiger Himmel“, was regelmäßig in der Zeitung Comix erscheint, zwei sehr unterschiedliche Projekte auf hohem Niveau veröffentlicht.

Mit Tell hat er nun einen weiteren ungewöhnlichen Titel publiziert.

Im Jahr 2032 hat eine Wirtschafts- und Finanzkrise die Schweiz an den Randes Ruins und noch ein wenig weiter geführt. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist noch größer geworden. Im ausgetrockneten Becken des Züricher Sees sind Slums entstanden, deren Bewohner ums nackte Überleben kämpfen.

Der Protagonist Finn Meyer ist Journalist, der von seinem rücksichtslosen Chef immer wieder angetrieben wird, Nachrichten, die ausschließlich nur noch getwittert werden, stets schneller als die Konkurrenz zu liefern. Bei seiner Suche mach Meldungen stößt er zufällig auf Tell, der gerade einen Mann vor jugendlichen Kriminellen rettet, aber dabei viel zu brutal vorgeht.

Finn Meyer fragt sich, wer oder was hinter der vermeintlichen Wiederauferstehung des Schweizer Volkshelden steckt.

Boller basiert seine Story auf aktuellem Zeitgeschehen und verknüpft sie mit Fiktion. Klimawandel, Finanz- und Wirtschaftskrisen, Finanzen bankrotter Staaten, Genexperimente sowie Wirtschaftskonzerne, die versuchen, wesentlichen Einfluss auf die Politik zu nehmen, sind längst Gegenstand aktueller Nachrichten und Diskussionen geworden. Auf dieser Basis hat David Boller mit Tell eine düstere Zukunft, die mit ihren zahlreichen Ansätzen reichlich Raum für einen guten Plot bietet, entwickelt. Hieraus entsteht eine Superheldenstory mit Science Fiction Elementen, die bei allem kritischen Ansatz beste Unterhaltung bietet.

Zum Mythos eines Helden gehört natürlich auch ein Gegenspieler, dessen Name wie in der klassischen Sage Gessler heißt.

Doch in dieser Story ist nicht alles, wie es scheint. Boller weiß mit einigen Wendungen zu überraschen, die ich an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten möchte.

Das ansprechende Artwork, das auch durch häufig wechselnde Panelanordnungen besticht, verstärkt den positiven Eindruck des vorliegenden Bandes.

Der Cliffhanger ist so gekonnt gesetzt, dass man gerne sofort weiterlesen möchte, aber da muss man sich noch ein wenig gedulden. Der zweite Band von „Tell“ ist für Juni 2011 geplant, der dritte und abschliessende Teil soll 2012 erscheinen.

Mehr über David Boller erfahrt ihr in seinem blog. Dort finden sich auch Leseproben zu Tell:

http://www.zampano-online.com/wp_german/?cat=21

2 Gedanken zu “DER Schweizer Superheld

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