Ein realistischer Superheld

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Kick Ass # 1

 Kick Ass 1 - Das Cover

Dave Lizewski ist ein durchschnittlicher Teenager, der in der Schule nicht auffällt. Seine Mutter ist vor einiger Zeit verstorben und er kommt mit seinem Vater gut aus. Dave zieht sich immer wieder in die Welt der Comics zurück. So entwickelt er die Idee, selbst zum Superhelden zu werden. Er ersteigert einen Neopren Anzug auf ebay und nach ein paar nächtlichen Patrouillen stellt er drei Sprayer, die ihn übelst verprügeln und auch noch niederstechen. Zu allem Überfluss rennt Dave auch noch in ein Auto. Schwer verletzt schleppt er sich vor ein Krankenhaus.
Nach mehreren Operationen und einem halben Jahr Reha-Maßnahmen kehrt Dave wieder in die Schule zurück. Er verbrennt seine Comics, aber er weiß auch, dass er sich nur etwas vormacht. Er kehrt als Superheld zurück. So verzeichnet er einen ersten Erfolg, als er einen Jungen vor einer Gang rettet.
Der Erfolg gibt ihm Selbstvertrauen und es gelingt ihm, mit Katie, seiner heimlichen Leibe, Kontakt zu knüpfen.
Über seine my space Seite erfährt er von einem Mädchen, die immer wieder Drohanrufe von ihrem Ex-Freund erhält. Dave sucht ihn in seiner Identität als der Superheld Kick Ass auf. Als dieser Auftritt erneut in einem Desaster zu enden droht, rettet ihn ein zehnjähriges Mädchen mit einem Schwert.
Anschließend ist Dave so geschockt, dass er einmal mehr aufhören will, den Superhelden zu spielen.

Wenn jemand glaubt, dass Millar und Romita, jr. etwas Besonderes auf die Beine stellen müssen, dann wird er in keiner Hinsicht enttäuscht. Relativ früh verdeutlicht Millar mit wohlgesetzten Worten und leichter Ironie, dass er eben keinen zweiten Spider-Man oder Superman erschaffen will. Sein Held muss ohne Superkräfte auskommen. Er verlässt sich auf ein Trainingsprogramm mit Hanteln und etwas Fleisch. Und genau dieser Naivität fällt er konsequenterweise auch gleich bei seinem ersten Einsatz zum Opfer.
Auch sein erster Sieg ist im Grunde ein Pyrrhus Sieg, denn auch diesmal muss er erhebliche Verletzungen in Kauf nehmen.
Der Kniff, mit Hit-Girl und Big Daddy ein Superheldenpaar ins Spiel zu bringen, kann ich nur als gelungen bezeichnen. Dave muss erkennen, dass sie die erste Gilde bilden.
Ergänzt wird die prickelnde Story durch Romita, jr., der mit seinem dynamischen Stil einmal mehr beweist, warum er zu den besten Zeichnern der Neunten Kunst zählt.
Diese „realistische“ Superheldenstory, die so ziemlich mit jedem Klischee des Genres gnadenlos, aber doch augenzwinkernd, bricht, bleibt nichts schuldig und fesselt den Leser an den vorliegenden Band. Zu der augenzwinkernden Ironie zählt auch die Anspielung auf Millars Serie 1985.
Gerade die Zeitsprünge, die Millar zu Anfang seiner Story einsetzt, erzeugen die Spannung, die man als Leser von Superhelden Comics vielleicht das eine oder andere Mal vermisst.
Panini veröffentlicht diese achtteilige Serie in zwei Bänden a` vier Stories, auf deren Fortsetzung wir zum Glück nicht allzu lange warten müssen.

Kick Ass # 1, Panini, 100 Seiten, SC mit Faltcover, 12,95 €

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